Neues Kunstwerk auf dem Safe Place: Teenies setzen Graffiti-Projekt um
Was im Winter 2025 mit ersten Ideen begann, ist nun finalisiert: Die Jugendlichen des wö-chentlichen Teenie-Treffs, der im Rahmen des Teenie-Projektes des Kinderschutzbundes Rin-teln stattfindet, haben ihr Graffiti-Projekt fertiggestellt. Auf dem Außengelände, auf dem die wöchentlichen Gruppentreffen stattfinden, ist an einem der vorhandenen Bauwagen ein neues Kunstwerk entstanden.
„Safe Place“ heißt es auf dem Motiv. Das ist der Name, den die Jugendlichen dem Außenge-lände vor 13 Jahren gegeben haben. Die Gruppentreffen für Jugendliche ab 12 Jahren mit ganz unterschiedlichen sozial-emotionalen Entwicklungsherausforderungen sollen genau das sein – ein sicherer Ort, an dem die Teilnehmenden sich untereinander austauschen, gemein-sam aktiv werden und die Erfahrung machen können, mit ihren Gedanken und Gefühlen ge-hört zu werden.

Hinter diesem Ergebnis steht ein mehrmonatiger Prozess. Angefangen mit der Frage, welches Motiv die Jugendlichen sich für die Neugestaltung der Bauwagen-Außenseite vorstellen, konnten alle Teilnehmenden ihre eigenen Ideen und Wünsche einbringen. Um eine Einigung zu finden, entwickelte zunächst jede*r Jugendliche einen eigenen Entwurf. Bei einer gemein-samen Kunstausstellung wurden die unterschiedlichen Ergebnisse besprochen. Es ging darum, einzelne Elemente aufzugreifen, Vorstellungen miteinander zu verbinden und ein Gesamtmo-tiv zu entwickeln, mit dem sich die Gruppe identifizieren kann. Die Einigung fiel auf den Schriftzug „Safe Place“, eine gemeinsame Farbgestaltung und verschiedene Symbole.

Im nächsten Schritt ging es darum, die Ideen auch praktisch umzusetzen. Dabei wurde die Gruppe vom Graffiti-Künstler Christos Pitis begleitet. In einem ersten Workshop zeigte er den Jugendlichen grundlegende Techniken des Graffitis. Sie probierten unterschiedliche Sprayfar-ben und Caps aus, setzten sich mit Proportionen und Flächenwirkungen auseinander und sam-melten erste Erfahrungen mit der Spraydose. Bevor der Bauwagen besprüht werden konnte, übten die Teenies das Sprühen bei einem weiteren Gruppentreffen zunächst auf Holzplatten. Gleichzeitig übertrugen sie das gemeinsam entwickelte Motiv mit Permanentmarker maßge-treu auf den Bauwagen. Dabei mussten die Jugendlichen sich über die Aufteilung der Flächen verständigen, Aufgaben untereinander organisieren und immer wieder koordinieren, wer wel-chen Bereich übernimmt. Sie gaben sich gegenseitig Rückmeldungen und unterstützten sich bei der Umsetzung. Ende August konnte das Projekt dann fertiggestellt werden. Begleitet von Christos Pitis haben die Teenies das Motiv selbstständig auf den Bauwagen gesprayt. Sie sprühten Farben und Symbole, gestalteten Farbverläufe und arbeiteten sich Schritt für Schritt zum fertigen Graffiti vor.

Das Graffiti-Projekt repräsentiert dabei, worauf der wöchentliche Teenie-Treff abzielt: Die Jugendlichen gestalten ihre Gruppentreffen selbst. Dabei dürfen und müssen sie eigene Ideen einbringen, zusammen Entscheidungen treffen und altersgerechte Verantwortung überneh-men. Beim gemeinsamen Handwerken, Kochen oder dem Umsetzen kreativer Projekte bauen sie lebenspraktische Fähigkeiten aus und übernehmen altersgerechte Verantwortung im Rah-men der Gruppenaktivitäten. Darüber hinaus bieten Meinungs- und Kompromissbildungspro-zesse mit Gleichaltrigen und eine vorurteilsfreie Gesprächsatmosphäre Raum, soziale Kompe-tenzen zu erweitern.

Ermöglicht und gefördert wurde das Graffiti-Projekt durch die Petra Hautau-Stiftung, den Pa-ritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen und den Kinderschutzbund Rinteln e.V. Für diese Unterstützung bedanken wir uns herzlich. Das Graffiti-Projekt hat den teilnehmenden Jugendlichen ermöglicht, aus ihren eigenen Ideen ein gemeinsames Kunstwerk entstehen zu lassen und damit den „Safe Place“ sichtbar mitzugestalten.




